ZZum ersten mal habe ich einen solchen Kurzurlaub im Febuar gemacht, doch die Flucht ins freundliche und warme Marokko hat sich gelohnt.
Marokko gehört zu Nordafrika und ist der Arabischen Welt zuzuordnen, gilt jedoch als sehr weltoffen und tolerant. Der Islam wird hier nicht so absolutistisch gelebt wie in anderen Arabischen Staaten. Ich habe eine Woche Strandurlaub in der Haupt- Touristen Stadt Agadir gemacht und, um unseren Kulturhunger nicht ganz zu vernachlässigen, noch einen Tagesausflug nach Marrakech. Ich hatte mich für Marokko entschieden, weil dies im Februar mit 20 Grad Tagesdurchschnittstemperatur das wärmste Land um diese Jahreszeit ist, das sich mit einem 4 Stunden Flug erreichen lässt. Zu unserer Freude war es sogar noch viel wärmer und ich konnte mal richtig schön die Sonne genießen, wo es jetzt im Februar zu Hause doch so lausig kalt war. Die Marokkaner waren vom Wetter gar nicht so begeistert, da es viel zu lange nicht geregnet hatte und die bevorstehende Ernte der Bauern ernsthaft in Gefahr ist. Auch in Deutschland sollte der Sommer 2003 ungewöhnlich trocken und heiß werden und auch hier sollte dies nicht zum Vorteil der Landwirtschaft sein.
Es ist im Februar noch sehr ruhig am 8 Km langen Sandstrand und die Touristenhotels von Agadir sind noch lange nicht ausgebucht, was mir nur recht war, denn ich bin kein Freund vom großen Rummel. Agadir selbst wurde 1960 in einem verheerenden Erdbeben fast völlig dem Erdboden gleich gemacht und dann wurde, um eine Geldeinnahmequelle für die gewaltigen Kosten des Wiederaufbaus zu haben, verstärkt auf den Tourismus gesetzt. Die Gärten der Hotels sind trotz des sonst eher wüstenartigen Klimas, (die Wüste Sahara beginnt keine 150 Km von Agadir entfernt) grün und mit tropischerer Bepflanzung. Die Menschen hier sind sehr freundlich, auch wenn man sich darauf gefasst machen muss, am Strand alle Nase lang einen Teppich, einen Kamelritt oder ein Badehandtuch zum Kauf angeboten zu bekommen.

Medina Agadir

An zweit Tagen habe ich eine Stadtrundfahrt durch Agadir und einen Aufflug zur alten, neuen Medina, einer rekonstruierten, klassischen Altstadt Marokkos gemacht. Der Besuch der Medina Agadirs lohnt sich in jeden Fall. Hier fühlt man sich wie verzaubert in 1000 und 1ner Nacht. Diese atemberaubende und romantische Kulisse könnte auch für jeden orientalischen Film herhalten. Ich habe hier eine Menge Fotos gemacht, weil jeder Winkel hier wie im Bilderbuch ist. Wenn ich hier so träumend durch die engen Gassen streife, fällt es mir schwer, zu verstehen wie die Marokkaner ihre traditionellen Baumaterialien und ihre Architektur durch die nicht geraden attraktiven Betonbauten der Neustadt eintauschen konnten. Natürlich ist mir klar, dass das wohl zum größten Teil mit der finanziellen Lage und wirtschaftlichen Interessen zu tun hat, es ist aber trotzdem schade zu sehen, wie Marokkos außergewöhnlich schöne traditionelle Architektur dem modernen Einheits- Beton weichen muss.

Marrakech

Der Tagesausflug in das ca. 300km entfernte Marrakech begann um 4 Uhr in der Frühe, damit ich auch den Tag ganz und gar für die Stadt nutzen kann. Marrakech liegt im geografischen Zentrum von Marokko und ist eine der kulturreichsten Städte Marokkos. Wir besuchten den Bahia- Palast aus dem 19. Jahrhundert , die Inohaden- Gärten , die Medina, die die zweit größte Altstadt Nordafrikas ist und seid 1985 zum UNESCO- Weltkulturerbe gehöert. Als Höhepunkt besuchten wir den Souk von Marakech. Souk ist hier das Wort für Markt oder Basar, aber ganz und gar anders als wir das aus Deutschland kennen. Der Souk erstreckt sich über viele Hektar der Stadt. Die Souks sind weitestgehend überdacht. Ein nicht enden wollendes Labyrinth von engen Gassen führt den Besucher durch diese unwirkliche Welt. Es ist nicht möglich als Tourist allein den Souk zu besuchen, man muss sich einen so genannten Führer mieten und um diesen Führer waren wir auch echt dankbar, denn allein wären wir hier hoffnungslos verloren gewesen. Es gibt hier alles, wirklich alles zu kaufen und der Souk ist für den Fremden erst einmal nicht zu erkennen organisiert. Es gibt die Färbergasse, die Schmiedegasse, die Schreinergasse, die Schmuckgasse und so weiter. Es ist dunkel hier, unheimlich zum Teil, es ist wie eine echtes Abenteuer, ein einmaliges Erlebnis.

Schattenboxer und Schlangenbeschwörer

Bei Sonnenuntergang wandelt sich der Jemaa-El-Fna-Platz binnen 20 Minuten vollständig. Tagsüber ist hier eher wenig los, Schlangenbeschwörer , Gaukler, und Schattenboxer versuchen den Touristen das Kleingeld oder besser das große Geld aus den Taschen zu ziehen. An Dattel- und Orangen- Ständen bieten die Händler ihre Ware pfeil. Doch bei Sonnenuntergang kommen sie aus allen Himmelsrichtungen. Mobile Restaurants , Imbissstände und nach kurzer Zeit ist der gesamte Platz zu einem riesigen Freilichtrestaurant umgebaut geworden. Jetzt kommen auch die Einheimischen, um sich hier in der angebrochen Nacht, die die ersehnte Kühle bringt, zu treffen, zu essen und sich unterhalten zu lassen. Die meisten Touristen sind um diese Zeit schon wieder in ihren Reisebussen auf dem Weg zurück ins Hotel. ich hatte das Glück, noch ein wenig dieses Schauspiel genießen zu dürfen.

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