Ich kann es kaum glauben, wie viel ich an einem einzigen Tag in Tokio gesehen habe. Mein Hotel war in Makuhari. Die Messe Stadt Japans liegt ungefähr 45 Minuten mit der Bahn von Tokio entfernt. 4 Uhr morgens aufstehen, und ab in die Bahn Richtung Tokio.
Ich hatte mir sagen lassen, dass es ein Erlebnis der besonderen Art sein sollte, während der Hauptverkehrszeiten mit Bahn in die Stadt zu fahren. An der Bahn Station annagelnd, habe dann auch nur geschlagene30 Minuten gebraucht herauszufinden, was für ein Ticket ich eigentlich brauche. Mit der japanischen Schrift habe ich es nicht so. Und glaub´ bloß nicht, nur weil viel elektronische Hightech Schnick- Schnack aus Japan kommt. spricht hier jedermann Englisch. Weit gefehlt! Kein Mensch spricht hier Englisch.

Als ich mich mit einem meinem japanischen Englisch-Lehrer unterhielt, konnte ich erfahren, dass in Japan schon jedes Kind in der Schule Englisch als Erst- Sprache habe, jedoch würde man beim japanischen Bildungsministerium nicht glauben, dass man Fremdsprachen auch sprechen können müsste. Im Schulunterricht werden Gedichte englischer Autoren ins Japanische übersetzt, um sich an ihrer Schönheit zu erfreuen, jedoch wird die Sprache nur in eine Richtung Englisch -> Japanisch unterrichtet und auch nur in Schriftform. Und fasziniert von dieser Idee, habe ich mal wieder eine weitere Bestätigung dafür gefunden, dass hier in Japan viele sehr widersprüchlichen Dinge wie selbstverständlich vereint werden können. In Sachen Sprache ist man eben weltoffen… aber nur in eine Richtung.

Nun zurück zu meiner Erlebnissfahrt mit der Bahn. Nicht nur, dass man eingepfercht wie in einer Sardinen Dose ist und kaum noch atmen kann, sondern auch fassungslos über die Rücksichtslosigkeit, habe ich mich dennoch sehr amüsiert. Die japanische Höflichkeit ist zwar sprichwörtlich, aber hier deutlich anders. Ihre Regeln, geprägt vom Geist des Konfuzianismus, haben sich in einer Zeit herausgebildet, als die Gesellschaft streng vertikal gegliedert war, als jeder noch wußte, wer unter wem stand. Formular und ritualisiert sind die Umgangsformen, selten spontan. Es gibt zwar einen Kodex für den Neigungswinkel, in dem sich wer, wann, wem gegenüber zu verbeugen hat, welche Anredeform zu wählen und welcher Abstand zu wahren ist. Aber das alte Japan kannte keine Bahn oder Busse, in denen man in beklemmender Enge aufeinander trifft. Und so fehlt es dann auch an entsprechenden Vorschriften. Das Gedränge und Geschiebe gilt als Naturgewalt – gesunder Menschenverstand. Fehlanzeige.


Tokio ist eine große Stadt. Um die 14 Millionen Menschen sollen hier leben, habe ich meinem Reiseführer entnommen, was ich kaum glauben wollte. Gut, ich war nur einen Tag hier, jedoch hat sich die Stadt nicht so groß angefühlt für mich wie Los Angeles, das von der Einwohnerzahl her kleiner ist. Tokio ist eine Hafenstadt und liegt am Meer, wovon man aber nicht viel merkt, abhängig davon in welchen Teil der Stadt man sich gerade aufhält. Aber, ach die Berge sind nicht wei., So kann man bei guter Sicht auch den Fujiyama sehen. Um einen besseren Überblick zu bekommen, habe ich meinen Tag in Tokio auf einem der höchsten Gebäude der Stadt begonnen. Das 245 Meter hohe, vom namhaftesten Architekten Japans, Kenzo Tange, geplante Rathaus mit seiner im 45. Stock befindlichen Aussichts- Plattform, bietet ein überwältigendes Panorama über die Millionen Stadt. Der Eintritt ist frei.

Fotos einiger weitere Stationen meines Trips kannst du im meinem Tokio Fotoalbum finden. Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich einige Tempel und Schreine anzusehen. Ich war sehr gerührt von all den verschiedenen Formen, in denen in den Tempelanlagen die Menschen ihre Wünsche an die Götter richten. Beschriebene Holztäfelchen, Zettel die an Gittergestelle geknotet werden, oder einfach nach zweimaligen in die Händeklatschen als stiller Wunsch in Gedanken abgeschickt; Wünsche überall. Hier wurde mir noch einmal klar, dass auch wenn wir alle in eigentlich relativ großen Wohlstand leben und es uns wirklich gut gehen müsste, haben wir immer noch Wünsche. Gute Wünsche. Auf den Holztäfelchen konnte ich das Bitten für Gesundheit, für eine glückliche Geburt, dem Erhalt von Liebe und anderen wünschenswerten Dingen lesen. Den Wunsch nach einer Sony Playstation habe ich hier nicht gefunden.

Hightech & Tempel… Tokio ist eine Große Stadt. Um die 14 Millionen Menschen sollen hier leben habe ich meinem Reiseführer entnommen, was ich kaum glauben wollte. Gut, ich war nur einen Tag hier jedoch hat sich die Stadt nicht so groß angefühlt für mich wie L.A.

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