Die California 1 – auch bekannt als Highway No. 1 – fasziniert besonders zwischen Cambria und Carmel durch die kurvenreiche Streckenführung entlang der Hügel und atemberaubende Ausblicke.Dies ist mit Sicherheit eine der schönsten Straßen der USA. Somit habe ich im Oktober 2004, als ich beruflich mal wieder in Palo Alto zu tun hatte, wie immer nicht den Flieger genommen, sondern bin mit dem Wagen der California 1 entlang von L.A. aus Richtung Norden gefahren. Der Flug von L.A. nach San Francisco dauert eine Stunde, wenn man mit dem Auto den wirklich hässlichen Highway No. 5 nimmt kann man sie Strecke in 6 Stunden schaffen, entlang der California 1 ist man 12 bis 14 Stunden unterwegs, aber jede Meile ist eine Augenweide.

Die Strecke führt größtenteils in Sichtweite zum Pazifik entlang. Die schönsten Abschnitte sind bestimmt der von Morro Bay nach Monterey und der von Santa Cruz nach San Francisco. Die Städte entlang der Strecke sind eher Städtchen. Auch wenn dies einer der schönsten Strecken der USA ist, ist hier keine Spur von Touristen- Überschwemmung zu spüren. Über große Abschnitte hat man die Straße für sich. Ich wundere mich jedes Mal darüber, genieße die Fahrt bei angenehmen Temperaturen und kurble das Fenster runter, um die frische Luft von Pazifik um die Nase wehen zu lassen. Die einzige große Stadt an diesen Abschnitt ist Monterey. Wenn man vor hat auf der Strecke zu übernachten ist das Künstler- Städtchen Carmel By The Sea kurz vor Monterey eine gute Wahl.

Wirklich fasziniert war ich, als ich bei einer kurzen Rast zum nahen Strand ging und ich konnte meinen Augen kaum glauben, lagen da doch hunderte Seelöwen (oder sind das Seeotter?) am Strand und sonnten sich. Nein, kein Zoo… die mögen das da! Ein Grund dafür, dass man hier zahlreiche Seelöwen, Seeotter, Pelikane, Blauwale und andere Tiere beobachten kann entspringt unmittelbar der Geographie dieses küsten- Abschnitts. Zwischen Santa Cruz und Morro Bay erstreckt sich das größte Unterwasser- Naturschutzgebiet des Landes. Tief unten in der See zerklüftet der „Grand Canyon des Meeres“, der Monterey Canyon, den Meeresgrund. Die kalten nährstoffreichen Strömungen bilden den Anfang der Nahrungskette viele Tiere und Pflanzen. So wuchert hier auch eine der größten Seetangwiesen der Erde.

Am 31. Oktober ist hier Halloween und überall entlang der Küstenstraße findet man um diese Jahreszeit Bauern die am Straßenrand Kürbisse für Halloween verkaufen. Es gibt aber keine wirklich schlechte Jahreszeit um diese Tour zu manchen. V on April bis November muss man normalerweise nicht mit regen rechnen, auch wenn in diesem Jahr schon jetzt im Oktober der erste große regen die Küste besucht hat. Im April ist es hier am grünsten und alles blüht und leuchtet. Aber auch der Herbst hat mit seinen intensiven Farben seine Reize.

Wie verzaubert bin ich von den zahlreichen alten Leuchttürmen entlang der Küste. Sie erinnern mich unglaublich an jene Leuchttürme, die V orbilder für eine Serie von Bildern meines Lieblings Malers Edward Hopper, gewesen sein könnten. Bei jeder Fahrt auf dieser Strecke halte ich immer wieder am Pigeon Point Leuchtturm an, um diesen zu fotografieren. Die Anbauten des Leuchtturms sind als Hostel umfunktioniert worden. Es ist nicht sehr komfortabel, aber ich habe mir vorgenommen hier mal zu übernachten, um einen ganzen Tag die unglaublich dichte Atmosphäre dieses Flecken Erde auf mich wirken zu lassen. Das perfekte Foto ist mir leider noch nicht gelungen, da wie durch einen Fluch ich hier immer nur vorbeikomme wenn der Himmel gerade zuzieht. Überhaupt ist das Wetter hier sehr lokal. Auf 5 Meilen kann man von Nebel, über strahlend blauen Himmel, bis hin zu bedrohlich wirkenden Gewitterwolken alles haben. Ich bin gefesselt und eingenommen von dieser Strecke auf der California 1. Ich werde sie fahren so oft ich die Möglichkeit dazu habe.

 

Google Map


Größere Kartenansicht

 

Fotos auf Flicker